9. September 2015 – Tag 37

Von Aumont-Aubrac nach Nasbinals

Heute bin ich von Aumont Aubrac nach Nasbinals gelaufen, wieder 30 Kilometer sanftes Auf-und-Ab auf über 1’000 Meter Höhe. Die Vegetation des hügeligen Hochlands hat sich nach dem erste Drittel der Strecke völlig verändert. Die Nadelgehölze verschwanden und es gab nur noch trockenes Gras, grosse Brocken Granit und Zäune aus verwitterten Holzpfählen, Stacheldraht und Steinen. Die einzigen Lebewesen, die ich dort gesehen habe waren Stiere. Lange Zeit lief ich über diese gelbgrauen Hügel. Darüber wölbte sich ein unendlich weiter, blauer Himmel mit ein paar Schäfchenwolken.

Unterwegs gibt es immer wieder magische Momente – meist kurz – die man leicht verpasst, wenn man das Hier & Jetzt im Tagtraum verlassen hat. Heute waren es ein paar kaputte Wanderschuhe am Randes des Jakobswegs. Sie standen dort wie von einem Künstler komponiert. Einen anderen erlebte ich in der kleinen Kirche von La Chaze-de-Peyre, wo Licht und Farben im Altarraum wie von einer anderen Welt waren. Ich habe versucht, das im heutigen Bild einzufangen.

In der Kirche von La Chaze-de-Peyre

Hellwach muss man sein, um diese magischen Momente zu sehen.