Von Nasbinals nach Saint-Chély-d’Aubrac
Heute bin ich mit Anick aus Montreal durch eine verwunschene, grasbewachsene Hügellandschaft gestapft, immer höher dem blauen Spätsommerhimmel entgegen. Am Pass auf 1’368 m – der höchste Punkt zwischen Le Puy-en-Velay und den Pyrenäen – haben wir von unserem Proviant gegessen und darüber gerätselt, was uns in den nächsten Tagen wohl erwarten mag.
Das Ende der gestrigen Etappe war das Örtchen Saint-Chely-d’Aubrac mit 550 Einwohnern. Anick hatte im Ort ein Zimmer für sich vorreserviert. Für mich, der ohne Vorreservierungen unterwegs ist, sah es anfangs nicht so gut aus: eine grössere Gruppe Kurzzeitpilger hatte die mietbaren Zimmer belegt. Der Herbergsvater von Anick hat mir daraufhin einen Wohnwagen in seinem Garten als Nachtquartier angeboten. Damit habe ich auf dieser Reise schon gute Erfahrungen gemacht und ich habe freudig zugesagt.
Eingeschlossen in dieses Angebot waren Abendessen und Frühstück. Das Abendessen war ein fünfgängiges französisches Festmahl. Satt und müde habe ich mich spät abends in meinen Schlafsack gerollt. Ich habe auf noch keiner Fernwanderung so gut gegessen wie hier.
Das heutige Bild zeigt die Kirche und den Befestigungsturm ‚Tour des Anglais’ von Aubrac aus dem Jahre 1353. Wir sind dort heute vorbeigekommen und haben in einer Bar neben dem Turm einen Milchkaffee getrunken.
