11. September 2015 – Tag 39

Von Saint-Chély-d’Aubrac nach Espalion

Heute bin ich von Saint-Chely-d’Aubrac nach Espalion gelaufen. Ich verlasse gerade die Berge und so ging es viel bergab, mal sehr steil in steinigen Rinnen und mal in sanften Bögen auf angenehm zu laufenden Wegen. Ich habe leichte, aber sehr stabile Wanderstöcke dabei und benutze zum Schutz meiner Kniegelenke immer mindestens einen davon.

Heute bin ich lange Strecken allein gelaufen und habe den Frieden, der über der zum Teil sehr einsamen Landschaft liegt, sehr genossen. An einer improvisierten Cafébar in einem kleinen Dorf und später in einem Restaurant auf der Wiese vor einem alleinstehenden Haus habe ich meine Pilgerbrüder und –schwestern wiedergetroffen und die Laufpausen für einen Schwatz genutzt.

In Espalion übernachte ich in einer typischen Pilgerherberge: 5 Zimmer mit je vier Betten, zu jedem Zimmer gehört eine Dusche und eine Toilette. Der Aufenthaltsraum mit Selbstkochküche ist das Herz der Herberge. Hier wird gegessen und geklönt, es werden Informationen ausgetauscht und Geschichten erzählt und Pläne gemacht. In der nächsten Herberge trifft man sich wieder und freut sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten.

Das heutige Bild zeigt eine Pilgerschwester auf dem Weg nach Santiago de Compostela. Bis dorthin sind es jetzt noch etwa 1’370 km.

Allein und so klein und glücklich