12. September 2015 – Tag 40

Von Espalion nach Golinhac

Schon beim Start meiner heutigen, sehr langen und anstrengenden Etappe zogen dunkele Wolken auf. Während meiner Mittagsrast auf einer Bank am Jakobsweg hatte ich das Gefühl, es könnte gleich auf mein Käsebrot regnen. Glück gehabt, dass durfte ich noch im Trocknen essen. Erst kurz danach fing es an wie aus Kübeln zu schütten und diese Sintflut hielt 2 Stunden an.

Sich auf schlechtes Wetter einlassen und dessen positive Seiten erkennen, hilft sehr beim Wandern im Regen

Als es losging, befand ich mich gerade in einem längeren, steilen Anstieg auf einen bewaldeten Hügel. Ich hatte rechtzeitig einen Regenschutz über meinen Rucksack gezogen und meinen Trecking-Schirm aufgespannt und so bin ich dann trotz Regen langsam, immer wieder unter dicht belaubten Bäumen Schutz suchend, dem Hügel hinaufgestiegen. Auf dem Weg kamen mir bald die ersten Rinnsale entgegen und ich musste mich auch noch darauf konzentrieren, denen auszuweichen. Oben angekommen, bin ich noch eine ganze Weile unter meinem Schirm gelaufen. Doch irgendwann hatte der Wettergott Nachsicht, die dunklen Wolken rissen auf und der Regen hörte auf.

Die Natur um mich herum dampfte. In dem Moment ist das heutige Bild entstanden.

In der Pilgerherberge, in der ich dann übernachtet habe, standen 6 Betten in jedem Zimmer. Platz für Rucksäcke blieb da kaum, geschweige denn für all die nassen Klamotten, die am nächsten Morgen wieder trocken sein sollten. Sechs Menschen in diesem vollgestopften Zimmer und das Fenster blieb die Nacht geschlossen. Das ist für mich der Teil meiner Reise, den ich am wenigsten mag. Ich schlafe am liebsten bei offenem Fenster, aber nicht alle mögen das.