Von Figeac nach Cajarc
Nach heftigen nächtlichen Regengüssen riss morgens die Wolkendecke auf und erste Flecken blauer Himmel wurden sichtbar. Bei meinem Start zur heutigen Etappe nach Cajarc, einem kleinen Städtchen mit 1’200 Einwohnern, zeigte sich am Himmel ein schöner Regenbogen. Was für ein gutes Omen für diesen Tag!
Zurzeit sind die Orte mit mehreren Herbergen relativ weit voneinander entfernt und so war die heutige Etappe wieder gut 30 km lang. Über weite Strecken bin ich grüne Hügel auf- und abgelaufen, oft allein und manchmal zusammen mit Pilgerbrüdern und –schwestern.

Zum zweiten Frühstück gab es ‘Pain au Chocolat’ und heissen Tee, und ein nettes Gespräch an einem Tisch vor der Kaffeebar. Nach diesem Energieschub fiel mir das Laufen wieder leichter.
Während des späteren Vormittags habe ich von einer Omelette mit Tomaten und Paprika fantasiert. Schon kurz danach tauchte im Wald wie einen Fata Morgana ein Pilgerrestaurant auf. Ein paar Tische und Stühle unter Planen, nicht weit davon eine Küche in einem Bretterverschlag. Auf der Speisekarte entdeckte ich ‘Käseomelette mit Salat’ für 6 Euro. Na, dazu habe ich mich doch gleich eingeladen! (und leise ‘Danke’ gesagt). Beim Essen habe ich mich mit einer 71-jährigen Kanadierin unterhalten, die sich hier ihren Traum erfüllt. Mit 71 auf Jakobsweg – wenn das nicht Hoffnung macht!
Das leckere Essen und das interessante Gespräch haben mich durch den Nachmittag getragen; gegen 17 Uhr war ich glücklich am Etappenziel. Der Ort wirkte verschlafen und nur wenige der Herbergen waren auf. Ich bin wieder in der kommunalen Pilgerherberge unterkommen, wo ich viele bekannte Gesichter traf. Schlafen tue ich in einem voll belegtem 8-Bett-Zimmer mit mehreren Dachfenstern. Alle wollen frische Luft und so ist meine Nacht gerettet.
Danke!!! Das war ein weiterer guter Tag.