18. September 2015 – Tag 46

Von Varaire nach Cahors

Die heutige Etappe von Varaire nach Cahors war 34 km lang und führte durch eine dünn besiedelte Landschaft aus mit Moos bewachsenen Felsbrocken und niedrigen Bäumen. Kleinere Gesteinsbrocken waren links und rechts der Weges zu niedrigen Mauern aufgeschichtet. Rückblickend kommt es mir so vor, als wäre ich stundenlang zwischen diesen Mauern gelaufen.

Die Anzahl bekannter Gesichter auf meinen letzten Etappen ist merklich kleiner geworden. Die kulturellen Höhepunkte auf der Via Podensis liegen von nun an weiter auseinander, d.h. dass viele der Kurzzeitpilger ihre Wanderung beendet haben. Einige andere Pilger, von denen ich wusste, dass sie bis Santiago de Compostela laufen wollten, mussten wegen körperlicher Problem – oft starke Schmerzen beim Laufen in Füssen oder Knien – aufgeben. Akzeptieren, dass es nicht mehr weitergeht, ist immer ein langwieriger, schwieriger Prozess. Ich scheine Glück zu haben: Mir geht es weiterhin gut. Danke!!!

Cahors liegt am südwestlichen Rand des Zentralmassivs auf einer Halbinsel, die durch eine Schleife des Flusses Lot gebildet wird. Die Valetrabrücke, die auf meinem heutigen Bild zu sehen ist, ist das Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde im 14. Jh. erbaut und ist mir ihren acht Bögen und drei Türmen eine der besterhaltenen Brücken des Mittelalters. Zusammen mit der Kathedrale Saint-Etienne ist sie in die UNESCO Weltkulturerbe-Liste aufgenommen worden.

Die Valetrabrücke über den Fluss Lot in Cahors