19. September 2015 – Tag 47

Ruhetag in Cahors

Heute stand Faulenzen auf dem Programm (!) – ich habe in Cahors einen Ruhetag eingelegt. Meine Füße haben laut ‚Danke’ gesagt. Sie sind in den vergangenen Tagen mehrere sehr lange Etappen gelaufen.

Ich habe mich gleich morgens um die irdischen Belange des Pilgerns gekümmert, wie z. B. Wäsche waschen und Gepäck in Ordnung bringen. Dann war ich in der Altstadt bummeln, die heute ein einziger großer Bauernmarkt war. Auf jedem freien Plätzchen standen Marktstände; angeboten wurde Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Wurst und Käse, Wein und Leckereien von süß bis salzig. Einen Flohmarkt habe ich besucht, ebenso die Kathedrale Saint-Etienne.

Die Kathedrale wurde im 11. Jh. erbaut und in den darauffolgenden Jahrhunderten mehrmals umgestaltet. Ungewöhnlich sind die beiden Rundkuppeln mit einem Durchmesser von 18 m und einer Höhe von 32 m. Das heutige Bild zagt den Blick aus dem etwas verkommenen Kreuzgang auf eine der Rundkuppeln.

Die Kathedrale Saint-Etienne in Cahors

Ein solcher Ruhetag ist nicht nur wunderbar, sondern kreiert auch ernst zu nehmende Probleme: Viele Pilger benutzen den gleichen Wanderführer und übernachten in den gleichen, im Führer empfohlenen Orten. Diese sind auf dem Jakobsweg in der Regel um die 25 km voneinander entfernt. Praktisch heißt das, dass man sich recht bald in einer losen Gruppe fortbewegt, man lernt sich besser kennen und Freundschaften entstehen. Ein Ruhetag, der nicht von Allen vereinbart wurde, bedeutet dann, dass der, der ausruht, seine Gruppe verliert und offen für neue Menschen sein muss.

Ich bin gespannt, wen ich morgen treffen werde!