3. Oktober 2015 – Tag 61

Von Aroue nach Ostabat-Asme

Das Dorf Aroue im Morgennebel, kurz nach dem Start meiner heutigen Etappe

Entgegen der Wettervorhersage war heute wieder prächtiges Spätsommerwetter mit angenehmen Temperaturen. Die Etappe begann in Aroue und endete nach 25 km in Ostabat-Asme. Sie führte mich über die Hügel des Pyrenäenvorlands mit fantastischen Ausblicken auf die Bergkette im Süden.

Heute Vormittag bin ich mit einer deutschen Männer-Pilgergruppe aus Köln unterwegs gewesen, die mich mittags an ihrem Versorgungsbus zum Imbiss eingeladen haben. Das fand ich ausgesprochen nett. Nachmittags bin ich mit 4 Franzosen gelaufen – 2 Männern und 2 Frauen in meinem Alter, die ich schon seit einer Weile kenne. Wir übernachten zusammen in einer Herberge auf einem Bauernhof etwas außerhalb von Ostabat-Asme.

Zum Abendessen waren wir dort etwa 30 Pilgerinnen und Pilger. Das 5-gängige Menü war sehr lecker und die Stimmung total locker. Höhepunkte des Abendessens waren die Gesangseinlagen des Kochs während des Aperitifs und noch einmal während des Kaffees nach dem Nachtisch. Er ist stolzer Baske und hat baskische Lieder gesungen. Er hat erfolgreich versucht, uns immer wieder zum Mitsingen zu animieren. Für mich als deutscher Niedergelassener in der Schweiz ist es fremdartig, aber auch faszinierend zu sehen, wie stolz dieser Mann auf seine Herkunft ist. Das habe ich selbst noch nie so empfunden.