18. Oktober 2015 – Tag 76

Ruhetag in Burgos

Die letzten Tage war es in Nordspanien ungewöhnlich kalt und sehr feucht. Socken und T-Shirt sind trotzdem jeden Tag durchgeschwitzt und müssen abends gewaschen werden. Bei dem kühlen Wetter sind sie morgens noch feucht und werden dann notgedrungen am Körper getrocknet. Und so gab es bald Pilger mit Husten und triefenden Nasen. Auch mir fing es vor ein paar Tagen im Hals zu kratzen an und da kam die heutige Pause in Burgos gerade richtig. Ich habe mich ausgeruht, viel Obst gegessen und Propolis genommen (ein Harz aus dem Bienenstock mit antibiotischer, antiviraler und antimykotischer Wirkung). Jetzt fühle ich mich fit, die Wanderung fortzusetzen.

Der Himmel über dem sonntäglichen Burgos war grau, aber es war wärmer als in den vergangenen Tagen und es hat nicht geregnet. Ich habe länger geschlafen als sonst, mit viel Ruhe gefrühstückt, und dann eine Runde durch die Altstadt gemacht. Dort war nicht viel los. Wenn die Geschäfte geschlossen sind, wirken spanische Städte sehr schnell sehr ausgestorben.

Einen guten Teil des heutigen Tages habe ich im ‚Museum of Human Evolution’ verbracht. Es ist der archäologischen Fundstätte von Atapuerca, knapp 20 Kilometer von Burgos entfernt, gewidmet. Die dortigen Funde von Knochen der ältesten Europäer (Homo Antecessor, ein Vorfahre des Neandertalers) werden als eine der wichtigsten wissenschaftlichen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts angesehen. Die hohe Qualität des Museums spiegelt das wieder.

Nach viel ‚Food for Thought’ war ich chinesisch essen. Das war eine leckere Abwechslung zu den spanischen Pilgermenus.

Das heutige Bild zeigt den Blick aus meinem Hotelfenster.

Über den Dächern von Burgos