Von Burgos nach Hontanas
Schon bald hinter Burgos beginnt für den Jakobspilger das Abenteuer ‚Meseta’. Als Meseta (abgeleitet vom spanischen ‚la mesa/der Tisch’) wird das im Zentrum der iberischen Halbinsel gelegene, über 200.000 km² große kastilische Hochland bezeichnet, über das ich die nächsten Tage wandern werde. Die Gegend ist trotz einiger kleinerer Hügel recht flach; die Herausforderung liegt also nicht im Wegprofil, sondern in der Tatsache, dass diese Gegend praktisch baumlos ist. Bei Sonnenschein wird der Pilger von der Sonne gnadenlos geröstet; bei Regen und Wind ist er auch diesen Elementen schutzlos ausgeliefert.

Leider war heute wandertechnisch ein schwieriger Tag – es hat die ganze Zeit geregnet und in einem mehrere Kilometer langem Wegstück war es sehr schlammig. Nichtsdestotrotz bin ich gute 30 km weit gekommen. Ich übernachte im malerischen Dorf Hontanas.

In Hontanas übernachten relativ viele Pilger, und von der Stimmung um mich herum konnte ich schliessen, dass nicht wenige heute an ihre Grenze gekommen sind. Ich selbst fühlte mich nach dem Ruhetag in Burgos prima und habe trotz Regen einen guten Tag gehabt. Ich gehe davon aus, dass bis morgen früh meine Wanderkleidung nicht getrocknet ist, aber morgen soll laut Wetterbericht die Sonne wieder scheinen 🙂