Von Gland nach Genf (Kanton Genf)
Heute bin ich tatsächlich den ganzen Weg von Gland nach Genf gelaufen. Während einer Rast auf einer Bank in einem kleinen Dorf habe ich versucht, im Genfer Backpacker-Hostel ‘City Hostel Geneva’ ein Zimmer für 2 Nächte zu buchen und zu meiner Freude hat das geklappt. Die Aussicht, nicht am späten Nachmittag in Genf nach einem Zimmer suchen zu müssen, hat mich sehr beflügelt und irgendwann stand ich mit schmerzenden Füssen vor dem Hotel. Wunderbar – und das Hotel liegt in der Nähe des Bahnhofs und nicht wieder weit ausserhalb der Stadt.
Unterwegs habe ich keine anderen Wanderer oder Jakobspilger getroffen. Das verwundert mich etwas, da ich mich ja inzwischen auf der ‘Via Jakobi’, dem Schweizer Jakobsweg nach Santiago de Compostela, befinde. Ich habe darauf um diese Jahreszeit mit mehr ‘Betrieb’ gerechnet.

Als Wegweiser gibt es gelegentlich eine gelbe Jakobsmuschel auf einer blauen Kachel; viel häufiger aber sehe ich eine weisse ‚4’ auf grünem Grund (das haben die Schweizer für diesen nationalen Fernwanderweg so festgelegt).
In vielen Kirchen am Weg gibt es einen Stempel (jede Kirche hat einen eigenen), den man in dafür vorgesehene Felder in den Pilgerpass stempeln kann. Die so entstehende Stempelsammlung dokumentiert den zurückgelegten Weg.
Viele der Ortschaften, durch die ich die letzten Tage gekommen bin, haben ein Schloss, gut erhaltene alte Häuser, und gelegentlich auch noch Stadttore und Stadtmauern. Alter Prunk ist hier deutlich sichtbar.
Neuen Prunk gibt es auch, aber er verbirgt sich meist hinter hohen, dichten Hecken, massiven Eingangstoren und bedrohlich klingenden Verbotsschildern. Städte wie Lausanne und Genf sind umgeben von schmucken, grossen Villen, die man häufig hinter den dichten Hecken und massiven Eingangstoren mehr erahnen als wirklich sehen kann. Dort, wo ich Einblick hatte, sah es tot aus. Nein, so würde ich nicht leben wollen!