Von Saint-Privat-d’Allier nach Saugues
Wenn man so wie ich unterwegs ist – zu Fuss mit minimalem Gepäck – ist die Befriedigung grundlegender Bedürfnisse ein essentielles Anliegen.
Ich brauche jede Nacht einen sicheren, trockenen und warmen Platz zum Schlafen; auch eine Möglichkeit, meine verschwitze Kleidung zu waschen und zu trocken. Ein wichtiges Anliegen ist mir auch, nach Beendigung einer Tagesetappe zu duschen.
Ich muss ausreichend essen und trinken, wenn möglich auch warm und trocken unterwegs sein. Auch über nette, soziale Kontakte und anregende Gespräche mit anderen Menschen freue ich mich immer sehr.
Geld brauche ich und so muss ich ab und zu einen Geldautomaten finden. Meine Reiseplanung befindet sich auf meinem iPad, einschliesslich Landkarten und GPS. Mein Tagebuch schreibe ich elektronisch, die Texte für den Fotoblog auch. Fotos mache ich damit und auch die Aquarelle. Die Aktualisierung meines Fotoblogs erfolgt auch über das iPad. Klar, dass ich jeden Abend eine Steckdose benötige, um den Akku wieder aufzuladen.
Und nein, selbstverständlich ist das alles nicht!
Mir ist es wichtig, nach Befriedigung meiner Bedürfnisse und Erfüllung meiner Wünsche ‚Danke’ zu sagen. Das mache ich oft an Ort und Stelle, manchmal leise in Gedanken, manchmal auch laut. Ich komme hier oft an Kirchen vorbei, die ich mir in der Regel anschaue. Und auch in Kirchen sage ich gern ‚Danke’. Obwohl ich nicht christlich erzogen wurde, stimmt das hier für mich.

PS. Gestern Abend habe ich ein extra grosses ‚Danke’ gesagt für ein reichliches und ausgesprochen leckeres Abendessen.
Ich bin heute von Saint-Privat-d’Allier nach Saugues gelaufen. Die Wanderherberge dort hat mir überhaupt nicht gefallen und so habe ich mir ein preiswertes Hotelzimmer mit Halbpension geleistet. Für Pilger gibt es besonders günstige Konditionen, dazu gehört in der Regel ein ‚Französisches Abendessen’. Gestern gab es eine Championpastete, Schweinekotelett und mit Käse überbackene Kartoffeln, eine Käseplatte, und dann Mousse au Chocolat; dazu noch Rotwein und Kaffee. Abendessen, Übernachtung und Frühstück kosteten keine 50 Euro, was aus Schweizer Sicht sehr wenig ist.
Danke, Danke, Danke!
Mein heutiges Bild entstand in der Kirche von Saugues. Dort hatten Menschen – mich eingeschlossen – mit Kerzen ‚Danke’ gesagt.