Von Condom nach Lamothe
Erst vor ein paar Tagen habe ich in einer Pilgerherberge übernachtet, die bis auf den letzten Platz belegt war. Heute hatte ich den Eindruck, fast allein durch ein leeres Südfrankreich zu stapfen. 16 km lagen zwischen den ersten beiden größeren Orten meiner gestrigen Etappe und dazwischen war … nichts! Unterwegs Proviant einkaufen – unmöglich. Die Wasserflaschen auffüllen – nur mit viel Glück.
Heute bin ich durch sehr verschiede Landschaften gewandert. Erst an einem Fluss entlang, über dem dicke Nebelschwaden lagen; dann lange über eine Hochebene mit frisch gepflügten Feldern bis zum Horizont. Danach durch grüne, unendlich lange Tunnel in einem dichten Wald, und später über Hügel mir Weinreben und gelegentlich ein paar Nadelbäumen, mit Silhouetten typisch für den Mittelmeerraum.
Über Allem lag ein weiter, blauer Himmel mit sich ständig ändernden Federwolken. Das heutige Bild entstand an der Grenze zwischen Wald und Weinberge; ich habe hier versucht, die ‚Himmelsstimmung’ einzufangen.

Heute Nacht werde ich in einer Herberge in einem winzigen Dorf übernachten. Wir sind nur wenige und die Stimmung sehr herzlich. Die Herbergsmutter hat für uns gekocht; die Gespräche beim Abendessen über ‚Gott und die Welt’ waren ausgesprochen interessant.
Ein einmaliges Zusammentreffen von Menschen, die sich in dieser Konstellation wohl nie wiedersehen werden. Zufall … oder nicht?