27. September 2015 – Tag 55

Von Lamothe nach Nogaro

Heute bin ich von Lamothe nach Nogaro gelaufen, knapp 30 km durch eine sehr dünn besiedelte Hügellandschaft. Die Gegend wird zu großen Teilen landwirtschaftlich genutzt und so befand ich mich viele Stunden zwischen Maispflanzen und Weinreben. Auch heute war schönes Spätsommerwetter und die Temperaturen sehr angenehm. Die Farben der Blätter werden immer herbstlicher.

In Nogaro habe ich erst versucht, in einer kleineren, privaten Pilgerherberge im Stadtzentrum unterzukommen, aber hatte damit kein Glück. Und so bin ich dann doch zur kommunalen Herberge etwas außerhalb vom alten Stadtkern gelaufen. Die Herbergsmutter hat mich sehr freundlich empfangen. Nur wenige Betten waren bisher belegt und so konnte ich mir meinen Schlafplatz selbst aussuchen.

Der Schlafraum in der kommunalen Herberge von Nogaro

Das heutige Bild habe ich ‘gemalt’, damit ihr einmal seht, wo und wie ich übernachte. Die kommunale Herberge in Nogaro hat einen großen, runden Schlafsaal mit 14 Betten. Jedes Bett ist mit einem frischen Laken bezogen und verfügt über ein Kopfkissen (ebenfalls frisch bezogen) und eine Wolldecke. Im Bett schläft Frau oder Mann im eigenen Schlafsack. Zu jedem Bett gehört ein Stuhl und reichlich Platz für den z.B. den Rucksack. Etwas außerhalb vom Zimmer gibt es 1 Dusche und 1 Toilette für alle Schlafgäste.

Zur kommunalen Herberge in Nogaro gehört auch eine gut eingerichtete Selbstkochküche, ein Ess- und Aufenthaltsraum, ein Platz für die Schuhe, ein Platz um Wäsche mit der Hand zu waschen, und draußen ein paar Leinen zum Wäschetrocknen. Die Herbergsmutter verkauft kalte Getränke, aber kocht kein Abendessen.

Das Übernachten in der kommunalen Herberge in Nogaro kostet 11 Euro, ein einfaches Frühstück mit Wahl seines Lieblingsgetränks 3 Euro.

In der Herberge in Nogaro hat es viel Platz pro Person. In vielen anderen Herbergen stehen Doppelstockbetten in viel kleineren Räumen viel näher beieinander.

Wer sich mit vielen Menschen in einem Schlafraum unwohl fühlt oder wen das Schnarchen von 13 Pilgerbrüdern und –schwestern stört, ist in dieser Art Unterkunft wohl fehl am Platz.