Von Genf nach Charly
Heute bin ich meine erste Etappe auf der ‘Via Gebennensis’ – dem französischen Jakobsweg von Genf nach Le Puy-en-Velay – gelaufen. Le Puy-en-Velay ist ein bedeutender Wallfahrtsort mit einer sehenswürdigen, romanischen Kathedrale.
Die ‘Via Gebennensis’ beginnt in Genf an der Basilika Notre-Dame, führt an der Kathedrale St. Pierre vorbei, weiter durch malerische Quartiere und Vororte. Die Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich ist eine weiss-rot lackierte Barriere, die ich ohne Kontrolle passiert habe.
Noch in Genf habe ich Eli getroffen, eine katholische Pilgerin in meinem Alter. Wir haben uns sofort gut verstanden und ich habe mich gefreut, so unkompliziert eine erste Jakobsweg-Bekanntschaft zu machen. Mittags haben wir uns in einem Gartenrestaurant für die Nachmittagsetappe gestärkt.
Gegen 17:30 Uhr haben wir die kommunale Gite d’Etape (das ist eine einfache Wanderherberge) in Charly erreicht. Davor sass ein nettes französisches Ehepaar in der Sonne. Beide sind gerade pensioniert worden; sie war Lehrerin und er hat in einem Industriebetrieb gearbeitet. Es entwickelte sich gleich ein interessantes Gespräch, das in die gemeinsame Zubereitung des Abendessens und dem gemeinsamen Essen überging.
Die Gite d’Etape in Charly ist ein 2-stöckiges, kleines Haus mit einer Wohnküche, einem Bad mit Dusche und Toilette und mehreren Zimmern mit Matratzenlagern. Es hat gut ein Dutzend Schlafplätze. Die Übernachtung kostet 10 Euro, die man in eine Kasse legt. Man kann verbrauchen, was man in der Küche findet, aufgefüllt wird das wieder mit eigenen Proviantresten, die man dort lässt. Das Reinigen des Hauses machen die Wanderer vor ihrem Aufbruch. Es gibt niemand, der alles das vor Ort kontrolliert. Und das wichtigste aus meiner Sicht ist: Es funktioniert!
