20. August 2015 – Tag 17

Von Desingy nach Culoz

Und das steht über den heutigen Tag in meinem Tagebuch:

„Das Frühstück in der Herberge in Designy war sehr lecker, und gut ausgeruht und gestärkt sind Eli und ich weitergewandert. Die Sonne schien und die Luft war klar und angenehm kühl.

Erst ging es wieder die grünen Hügel auf und ab, dann runter ins Tal der Rhone und weiter immer der Rhone entlang. Dieser Fluss ist hier schon ein mächtiger Strom. Wir sind durch wunderbare Natur gelaufen und sehr lange durch ausgedehnte Pappelwälder. Es war heute wärmer als gestern, aber es gab oft Schatten und so war es gut auszuhalten.

Unterwegs hatten Eli und ich intensive Gespräche über den katholischen Glauben und Rituale in der katholischen Kirche. Eli ist praktizierende Katholikin und kennt sich mit diesen Themen ausgesprochen gut aus. Ich habe in diesen Stunden viel von ihr gelernt.

Gegen 17 Uhr waren wir an der Rhone-Brücke Pont de La Loi. Es war Zeit ein Quartier zu finden. An der Brücke gab es keins. Der nächste Ort am Jakobsweg war knapp 2 Stunden entfernt. Über die Brücke und ein kleines Stück weg vom Jakobsweg gab es laut Wanderführer einen Gite d’Etape (Wanderherberge) im Ort Culoz.

Rhone-Brücke ‚Pont de La Loi‘. Von hier geht es zum Ort Culoz.

Wir haben uns für diese Option entschieden. Die Gite war am anderen Ende des Städtchens, hoch auf einem Berg. Der Weg dorthin war anstrengend und lang. Leute in der Nachbarschaft halfen uns und wir bekamen schliesslich den Code für das elektronische Türschloss. Wir waren die einzigen Gäste. Die Herberge war schmuddelig und ungemütlich, aber es war schon viel zu spät, um noch etwas Anderes zu suchen und wir waren viel zu weit ausserhalb des Orts, um noch essen zu gehen.

Ich habe geduscht und mein T-Shirt und meine Socken gewaschen; wir haben von unserem Proviant gegessen. Gut, dass wir hier zu zweit sind; so können wir uns ein bisschen zusammen ekeln. Und hoffentlich kann ich hier gut schlafen. Und hoffentlich haben wir morgen beim Quartiersuchen wieder mehr Glück.“