Von Arzacq-Arraziguet nach Arthez-de-Béarn

Heute – irgendwo zwischen Arzacq-Arraziguet und Arthez-de-Bearn – auf einem schmalen Weg zwischen zwei riesigen Maisfeldern – sah ich vor mir im Schatten eines Baumes zwei Pilger stehen, mit ihren Rucksäcken auf den Rücken. Als ich näherkam, sah ich vor Ihnen einen großen braunen Hund liegen, der zu schlafen schien.
Als ich sie erreichte, kamen wir gleich ins Gespräch. Der Mann und die Frau, George und Carol in etwa meinem Alter, waren mir von Anfang an sehr sympathisch. Sie erzählten mir, dass sie mit ihrem Hund Jago unterwegs nach Santiago de Compostela seien, der bei dem warmen Wetter schnell sehr müde würde. Und so müssten sie immer wieder stehenbleiben und warten, bis Jago von seinen kurzen Schläfchen wieder aufwacht. Auf diese Weise würden sie nur zwischen 10 bis 15 km am Tag zurücklegen. Schnell kamen wir auf wesentlichere Dinge zu sprechen, wie spirituelle Aspekte unser Pilgerreisen. Ganz nebenbei erwähnte George dann noch, dass er und Carol einen Blog betreiben und – wenn technisch möglich – jeden Tag für ihre Freunde zu Hause Fotos und Wanderberichte posten.
Wir hätten noch Stunden dort zwischen den Maisfeldern stehen und uns unterhalten können. Doch Jago war aufgewacht und es ging weiter. Da ich schneller als sie unterwegs war, verloren wir uns bald aus den Augen.
Ich habe mich sehr gefreut, wieder zu erleben, wie einfach es sein kann, auf dem Jakobsweg fremden Menschen zu begegnen und in kürzester Zeit über sehr persönliche Themen zu sprechen. Zu Hause, selbst mit Freunden, passiert das viel seltener.
War es Zufall, dass George, Carol, Jago und ich uns – mit vielen ähnlichen Interessen – heute irgendwo in Südfrankreich zwischen zwei Maisfeldern getroffen haben?