15. Oktober 2015 – Tag 73

Von Grañón nach Villafranca Montes de Oca

Das gestrige, gemeinsam zubereitete Abendessen in der christlichen Herberge in Grañón war einfach, aber lecker. Die Stimmung beim Essen war locker und sehr herzlich, das gemeinsame Abwaschen danach in grossen Schüsseln auf dem Esstisch ziemlich unkonventionell.

Um 21 Uhr haben wir – ca. 40 Pilgerinnen und Pilger – uns noch einmal in einem Nebenraum der Kirche versammelt, der nur mit Kerzen beleuchtet war. Wir sassen im Kreis und eine Kerze wurde herumgereicht. Wer sie in den Händen hielt, hatte das Wort und konnte z.B. erzählen, warum sie oder er auf dem Jakobsweg ist, oder berichten über Träume, Sorgen und Wünsche. Fast alle Anwesenden haben gesprochen und alle haben konzentriert zugehört. Danach haben sich alle umarmt und sind schlafen gegangen.

Heute Morgen war hier alles mit Raureif bedeckt und bei meinem Aufbruch nach Villafranca Montes de Oca war die Welt um mich herum blass pastellfarben. Nach einem schönen Sonnenaufgang begleitete mich den ganzen Tag eine strahlende Sonne in einem tiefblauen Himmel. Auch heute war es ‚ein Hügel hoch und runter’ mit braunen Feldern bis zum Horizont. Dabei ist das heutige Bild entstanden. Ab und zu gab es ein paar Bäume in schönen, leuchtenden Herbstfarben.

Ich bin heute einen guten Teil des Tages mit John aus England gelaufen. Er ist in meinem Alter und arbeitet als angewandter Psychologe an einer englischen Universität. Wir sind mit vielen anderen Pilgern in der Pilgerherberge eines Hotels untergekommen. Ein leckeres Pilgermenu wurde uns am Abend im Hotelrestaurant serviert. Bald danach lagen alle satt und müde in ihren Betten.

Braune, karge Feldern bis zum Horizont