22. Oktober 2015 – Tag 80

Von Carrión de los Condes nach Terradillos de los Templarios

Heute bin ich bei strahlendem Sonnenschein von Carrión de los Condes nach Terradillos de los Templarios gelaufen. Meine vierte Etappe über das ibirische Hochplateau (Meseta) war 30 km lang.

In Jakobsweg-Wanderführern wird diese Etappe als die schwerste Meseta-Etappe beschrieben; sie enthält ein 18 km-langes Teilstück ohne Möglichkeiten, Proviant zu kaufen oder an einer Wasserstelle die Trinkflasche aufzufüllen. Auch vor 18 km ohne Schatten wird eindrücklich gewarnt.

‚Pilger-Highway‘ in der Meseta

Alles das stimmt so nicht mehr. Der Jakobsweg in Spanien wurde an vielen Stellen begradigt, verbreitet und geglättet – auch in der Meseta. Neben dem neuen ‚Pilger-Highway’ wurden an vielen Stellen schon vor Jahren Bäume gepflanzt, die inzwischen so gross sind, dass sie schon Schatten spenden. Und im Sommer gibt es ein auch mobiles Café in diesem Teilstück.

Die neue Pilgerherberge in Roncesvalles, die erste Herberge nach der Pyrenäenüberquerung, zeigt, wohin der Trend geht: die Herbergen werden grösser und leichter zu verwalten und zu reinigen. Mikrowellenessen für Viele wird in Automaten verkauft, die Mikrowellenherde zum Wärmen der Speisen stehen gleich daneben. Ein eigenes Essen kochen, ja selbst nur einen Tee zubereiten, wird erschwert; auch die Getränkeautomaten sollen sich finanzieren.

Zum Glück gibt es noch Regionen und Herbergen, in denen das ‚Abenteuer Jakobsweg’ weiterlebt. Viele der Neuerungen entlang dem Camino Frances gefallen mir nicht.